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Basel 9000i: Anreize für den Ratingmarkt


Stefan Helber, Daniel M. Herzig, Jonathan Nickels Küll, Johannes Rudek, Marwan El Chamaa



Veröffentlicht: Oktober 2007
Herausgeber: Günter Franke, Wulf von Schimmelmann
Buchtitel: Interne und externe Ratings: das optimale Informationssystem für die Finanzwirtschaft
Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch
Bemerkung: Postbank Finance Award 2007
BibTex-ID: financerating2008
BibTeX

Kurzfassung
Banken erstellen interne Ratings primär zur bonitätsgerechten Festsetzung von Kreditkonditionen. Dabei werden u. a. zeitlich differenzierte PDs und LGDs, sowie Korrelationsfaktoren zur Berechnung von Portfolioeffekten bestimmt. Da diese Ratings nur intern verwendet werden, ist es in unseren Augen nicht notwendig, zur Verbesserung des Ratingsystems bei den bankinternen Ratings anzusetzen. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass diese schon im Interesse der Banken stetig verbessert werden.

Anders verhält es sich bei den Ratingagenturen (RA), deren Geschäft einzig aus der Erstellung von externen Ratings besteht. RA befinden sich in einem Spannungsfeld zwischen den Emittenten, welche sie mit der Erstellung eines Ratings beauftragen, und den Kapitalgebern, die sich in ihrer Konditionenforderung auf dieses Rating stützen. Hier setzt unsere Studie an.

Wir schlagen die Vergabe eines Basel-9000i-Zertifikats für RA durch die Finanzaufsicht vor, welches Anreize schafft, den Kapitalgebern detailliertere Informationen zur Verfügung zu stellen, und außerdem die Qualität des Ratingprozesses garantiert. Basel 9000i orientiert sich an den Kriterien, welche für RA im Rahmen von Basel II gelten, wird jedoch durch die Anforderung ergänzt, dass RA nicht wie bisher ein klassiertes Rating nach dem AAA-Schema veröffentlichen, sondern genau jene oben genannten Größen, welche auch beim bankinternen Rating generiert werden. Somit ist die Ungleichbehandlung von Seiten der Aufsicht, die bislang nur bankinterne Ratingsysteme aktiv kontrolliert, obwohl Ratings von RA beim Standardansatz von Basel II verwendet werden, beseitigt.

Die Zertifizierung bietet zahlreiche Vorteile für das Finanzsystem. So ist durch die dann gegebene direkte Vergleichbarkeit und den zu erwartenden Wettbewerb von internen und externen Ratings mit einer Verbesserung der Qualität der externen Ratings zu rechnen. Auch sind die Eintrittsbarrieren des Ratingmarktes deutlich gesenkt, da einzig die Qualität des Ratingprozesses und nicht die historisch gewachsene Anerkennung am Markt zählt. Darüber hinaus ist es möglich, die externen Ratings für die Verwendung im IRB-Ansatz zuzulassen. Dies eröffnet den Agenturen ein völlig neues Geschäftsfeld, zumal Banken durch die möglichen Kostenersparnisse eine große Nachfrage nach der Zertifizierung generieren werden, was ein starker Anreiz ist, sich zertifizieren zu lassen.

ISBN: 9783899811452
Download: Media:B9000i AnreizeRating.pdf
Weitere Informationen unter: Link



Forschungsgruppe

Wissensmanagement


Forschungsgebiet
Aktienmarktsimulation, Aktienkursanalyse, Business Intelligence, Business Engineering, Finanzportale, Informationssysteme