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Maik Herfurth2

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Entwicklung von prozessorientierten Informationssystemen für die industrielle Dienstleistungsbeschaffung

Veranstaltungsart:
Graduiertenkolloquium



Durch seinen Anteil von fast 70 Prozent der deutschen Bruttowertschöpfung gewinnt der Dienstleistungssek-tor zunehmend an Bedeutung. Den wichtigsten Teilbereich bilden industrielle Dienstleistungen. Durch sie eröffnen sich für Maschinen- und Anlagenhersteller sowie für Dienstleister Nutzenpotentiale zur nachhaltigen Sicherung von Wettbewerbsvorteilen. Insbesondere tragen industrielle Instandhaltungsdienstleistungen wie Reinigungs-, Wartungs- und Sicherheitsdienstleistungen dazu bei, die Leistungsbereitschaft und die Effizienz eines Unternehmens zu gewährleisten. Die produzierenden Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau erkennen verstärkt die Bedeutung industrieller Dienstleistungen und deren Beschaffung, um die Funkti-onsfähigkeit von Anlagen während der gesamten Betriebsdauer zu sichern. Der Einsatz moderner Informati-onstechnologie zur elektronischen Abwicklung der Dienstleistungsbeschaffung ist erfolgsversprechend, wird derzeit jedoch durch heterogene Systemlandschaften, uneinheitliche Geschäftsprozesse und Datenaus-tauschformate eingeschränkt. Um diesen Defiziten geeignet zu begegnen, sind Lösungen zur Entwicklung und Gestaltung prozessorien-tierter Informationssysteme für die Domäne der industriellen Dienstleistungsbeschaffung erforderlich. Im Rahmen dieses Vortrags werden Methoden, Modelle und E-Business-Lösungen auf der Modellierungs- und Ausführungsebene vorgestellt. Zunächst werden hierzu relevante Eigenschaften von Dienstleistungen und deren Beschaffung charakterisiert und durch ein domänenspezifisches Metamodell eMSP mit der Modellie-rung und Ausführung von Geschäftsprozessen in Bezug gesetzt. Das Referenzprozessmodell RPSP dient der Standardisierung von Geschäftsprozessen (sogenannte Serviceprozesse) in der Dienstleistungsbeschaf-fung. Hierauf aufbauend wird das entwickelte, evolutionäre Vorgehensmodell zur Modellierung, Analyse, Simulation und Implementierung von Serviceprozessen präsentiert. Zur Modellierung der Serviceprozesse und Serviceobjekte des Referenzprozessmodells wird die eigens entwickelte, Petri-Netz-basierte, integrierte Modellierungsmethode iServMod vorgestellt. Anschließend wird ein iteratives Vorgehensmodell für die Simu-lation von Serviceprozessen und das eingesetzte Werkzeug SP-Editor zur Unterstützung und Evaluierung der konzeptionellen Neuerungen der integrierten Modellierungsmethode demonstriert. Simulationsexperimente, die zur Identifikation von Verbesserungspotenzialen in Serviceprozessen durchgeführt wurden, werden ebenfalls im Vortrag dargestellt und die Simulationsergebnisse diskutiert. Die Harmonisierung und Integ-ration der Serviceprozesse erfolgt durch E-Business-Lösungen. Hierzu werden eine neue Klassifikations-struktur für industrielle Instandhaltungsdienstleistungen und das Datenaustauschformat eBusiness for Ser-vices-XML eingeführt. Deren Anwendbarkeit in der betrieblichen Praxis wird schließlich durch Anwendungs-fälle und deren technologische Umsetzung evaluiert. Durchgeführte Prozessmessungen bestätigen in die-sem Zusammenhang die Erkenntnisse aus den Simulationsexperimenten. Der Vortrag schließt mit einem Ausblick auf weitere Forschungsfragen.

(Maik Herfurth)




Start: 16. Mai 2014 um 14:00
Ende: 16. Mai 2014 um 15:00


Im Gebäude 11.40, Raum: 231

Veranstaltung vormerken: (iCal)


Veranstalter: Forschungsgruppe(n) Betriebliche Informationssysteme
Information: Media:Vortrag Graduiertenkolloquium Maik Herfurth 20140516.pdf

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