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Grad.-Vortrag Hans-Jörg Happel

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Bedarfsgetriebener Wissensaustausch in verteilten Teams

Veranstaltungsart:
Graduiertenkolloquium



Um komplexe Aufgaben effizient ausführen zu können sind Organisationen darauf angewiesen, dass ihre Mitarbeiter Wissen und Erfahrungen austauschen. Neben anderen Möglichkeiten des Wissensaustauschs haben insbesondere IT-Systeme wie Intranets oder Groupware-Anwendungen eine große Verbreitung in der Praxis. Kodifiziertes Wissen in elektronischen Dokumenten kann kostengünstig und asynchron von vielen Lesern abgerufen werden, was besonders bei verteilt arbeitenden Organisationen und Teams von Vorteil ist. Allerdings ist dieses Wissen - im Gegensatz etwa zum Wissensaustausch im persönlichen Gespräch - weniger gut auf die spezifischen Informationsbedürfnisse der Leser hin ausgerichtet.

Analytisch betrachtet entkoppelt Kodifizierung den Kommunikationsprozess zwischen Informationssuchenden und Informationsbereitstellern. Dabei ist es aus Sicht der Informationssuchenden schwierig, ihren Informationsbedarf zu kommunizieren. Informationsbereitsteller wissen daher häufig nicht, welche Informationen es wert sind, ausgetauscht zu werden. Gerade in Unternehmen sind zudem die Ressourcen beschränkt, die für Wissensaustausch- und -erstellung zur Verfügung stehen. Wenn der Austausch von kodifiziertem Wissen aber nicht von einem konkreten Bedarf abgeleitet wird, kann dies Akzeptanz- und Effizienzprobleme bei der Einführung von Wissensmanagementsystemen zur Folge haben.

Um dieses Problem zu adressieren stellen wir das Konzept des bedarfsgetriebenen Wissensaustauschs vor. Das Ziel dieses Ansatzes ist ein effizienterer Austausch kodifizierten Wissens in verteilten Teams, indem Informationsbereitsteller besser über die Bedürfnisse der Informationssuchenden in Kenntnis gesetzt werden. Als Instanziierung dieses Konzepts präsentieren wir eine Plattform, die Informationsbedürfnisse in Form von Suchanfragen aggregiert und priorisiert. Diese aggregierten Informationen können von Anwendungen genutzt werden, um Informationsbereitsteller beim Teilen und Erstellen von Wissen zu unterstützen.

Im Vortrag werden zwei dieser Anwendungen vorgestellt. Die Software "Woogle" nutzt aggregierte Suchanfragen, um die Nachfrage bisher fehlender Inhalte in Wiki-Systemen zu ermitteln und in Benutzerdialogen hervorzuheben. Die Software "Semantic Need" erweitert diesen Ansatz auf Semantische Wikis, indem sie Informationen über strukturierte Anfragen dazu nutzt, um Nutzer bei der Erstellung von Fakten in einer semantischen Wissensbasis zu leiten. Die Anwendungen wurden in verschiedenen Anwendungsdomänen wie Softwareentwicklung, Forschung und Beratung evaluiert und über längere Zeit in operativen Systemen von Nutzern bei ihrer täglichen Arbeit verwendet. Wir stellen den Evaluationsansatz, seine Ergebnisse und deren Implikationen vor.

(Hans-Jörg Happel)




Start: 05. Mai 2010 um 15:45
Ende: 05. Mai 2010 um 16:45


Im Gebäude 11.40, Raum: 231

Veranstaltung vormerken: (iCal)


Veranstalter: Forschungsgruppe(n) Wissensmanagement
Information: Media:Happel 05 05 10 Graduiertenkolloquium.pdf
Homepage: http://www.slideshare.net/hhappel/aifb-graduiertenkolloquium-bedarfsgetriebener-wissensaustausch

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