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Neuigkeit vom 19. November 2018


Dissertation in der CII Forschungsgruppe mit Wissenschaftspreis der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD e. V.) ausgezeichnet


Die Dissertation von Tobias Dehling zum Thema ‚Communication of Information Privacy Practices in Consumer Information Systems‘, die von Prof. Dr. Ali Sunyaev betreut wurde, wurde mit dem Wissenschaftspreis 2018 der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD e. V.) ausgezeichnet. Der Wissenschaftspreis wird alljährlich für herausragende wissenschaftliche Arbeiten in den Bereichen Datenschutz und Datensicherheit verliehen. Im Rahmen der 42. Datenschutzfachtung (DAFTA) wurde der Wissenschaftspreis am 15. November 2018 feierlich an Tobias Dehling im Maternushaus in Köln übergeben.


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©twitter.com (@data_agenda)



Kurzfassung der Dissertation

Am Anfang des 21. Jahrhunderts leben wir in einer global vernetzten Welt. Die omnipräsente Datenerhebung bringt stetig anwachsende Risiken im Hinblick auf die Informationsprivatheit mit sich. Diese kumulative Dissertation beschäftigt sich mit der Gestaltung von Informationssystemkomponenten für substantielle Kommunikation von Datenverarbeitungspraktiken in verbraucherorientierenten Informationssystemen, im Hinblick auf die Informationsprivatheit (kurz: Informationsprivatheitskommunikation (IPK)).

In der bestehenden Literatur werden zwei dominante Ansätze für IPK verfolgt. In den Sozialwissenschaften werden hauptsächlich normative Richtlinien entworfen und im Feld getestet. In der Informatik werden vorwiegend technische Lösungen für spezifische, aber isolierte, Problemstellungen entworfen und getestet. Das Ziel der Dissertation ist es zur Verknüpfung der beiden Literaturströme beizutragen, indem die folgende Forschungsfrage beantwortet wird: Wie sollten Komponenten für Kommunikation zur Informationsprivatheit in verbraucherorientierten Informationssystemen gestaltet werden, um Datenverarbeitungspraktiken, auf eine substantielle Art und Weise, an Verbraucher zu kommunizieren? Im Rahmen der Dissertation werden einerseits bestehende normative Richtlinien in Form von Gestaltungswissen konkretisiert. Andererseits wird von konkreten Instantiierungen von IPK abstrahiert, um eine Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse auf verschiedene Kontexte, in denen IPK relevant ist, zu ermöglichen.

Die Arbeiten im Rahmen der Dissertation gliedern sich in drei Schritte. Zuerst wird die Relevanz von IPK untersucht. Anschließend wird Gestaltungswissen für IPK entwickelt. Abschließend wird eine zentrale Annahme des entwickelten Gestaltungswissen – die Heterogenität der Nutzerbedürfnisse – empirisch untermauert. Methodisch werden vorwiegend qualitative Verfahren verwendet, die durch quantitative Verfahren ergänzt werden.

Aktuell werden normative Vorgaben am Markt für Verbraucher nicht zielführend umgesetzt und technische Lösungen scheitern am fehlenden Zugriff von Dritten auf die Datenverarbeitungspraktiken von verbraucherorientierten Informationssystemen. Die Dissertation zeigt den Gestaltungsraum zwischen den dominanten normativen und technischen Ansätzen auf und liefert erste Erkenntnisse, wie diese Vakanz, durch regulatorische, unternehmerische, verbrauchergetriebene oder kooperative Maßnahmen, gefüllt werden kann. Die Ergänzung von bestehenden normativen Richtlinien mit einem gründlichen Verständnis der Informationsbedürfnisse von Verbrauchern und einer Informationssystemgestaltungstheorie könnte den entscheidenden Impuls zur Verwirklichung von substantieller IPK in verbraucherorientierten Informationssystemen liefern.


GDD Newsmeldung zum Wissenschaftspreis 2018 aufrufen.
Mehr Informationen zur 42. Datenschutzfachtagung (DAFTA) aufrufen.
Mehr Informationen zur Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD e. V.) aufrufen.

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