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Neuigkeit vom 4. April 2018


„AUDITOR“ entwickelt europaweite Zertifizierung von Cloud-Diensten


Die Cloud-Nutzung boomt weltweit und mit ihr die Fülle an Cloud-Service-Anbietern und Zertifizierungsstellen. Der gegenwärtige Markt gleicht einem Dschungel an Angeboten und Zertifizierungen. Gleichzeitig ergeben sich neue Anforderungen durch das Inkrafttreten der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung. Das Forschungsprojekt „AUDITOR“ will hier deshalb Klarheit und mehr Rechtssicherheit schaffen und gestützt auf Vorarbeiten aus dem „Trusted Cloud“ Technologieprogramm eine europaweit einheitliche Zertifizierung unter Einbindung der etablierten Normung entwickeln: Ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaftlern und Unternehmen erarbeitet eine Datenschutzzertifizierung von Cloud-Diensten, die auf Basis der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung als Standard in der Praxis europaweit zum Einsatz kommen soll.

Ziel des Forschungsprojekts „AUDITOR“ ist die Konzeptionierung, exemplarische Umsetzung und Erprobung einer nachhaltig anwendbaren EU-weiten Datenschutzzertifizierung von Cloud-Diensten. Die Zertifizierung nach Maßgabe der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist im Interesse aller Beteiligten: der Cloud-Kunden, die nur mit solchen Cloud-Anbietern zusammenarbeiten dürfen, die hinreichende Garantien zur Einhaltung des Datenschutzes vorweisen können, der Cloud-Anbieter, die mit einer Zertifizierung ebendiese Sicherheit bieten können, der Prüf- und Zertifizierungsstellen, für deren Geschäftsfeld die DSGVO zwingende Regeln vorsieht, und der potentiell durch die Datenverwendungen betroffenen Endverbraucher, deren Schutz personenbezogener Daten im Mittelpunkt der Zertifizierung von Cloud-Diensten steht. Um eine nachhaltige Datenschutzzertifizierung zu konzipieren, wird zunächst ein Kriterienkatalog für die Zertifizierung von Cloud-Diensten nach der DSGVO entwickelt und eine entsprechende Standardisierung in Form einer DIN-Spezifikation angestrebt. Diese DIN-Spezifikation bildet die Grundlage für die Europäische Normung und die Entwicklung eines EU-weit anerkannten Datenschutz-Zertifizierungsschemas. Dies ist vor dem Hintergrund des europäischen Binnenmarkts sehr wichtig und Deutschland kann sich mit diesem Projekt und der DIN-Spezifikation entsprechend positionieren. Außerdem werden geeignete Organisationsstrukturen und Verfahren zur Durchführung der hier beabsichtigten Zertifizierung konzipiert. Hierzu zählt insbesondere auch die Spezifikation von modularen Zertifizierungs- und Auditierungsprozessen unter Berücksichtigung internationaler Standards. Um eine nachhaltige Verwendung und weitreichende Verbreitung von AUDITOR sicherzustellen, werden schließlich Geschäftsmodelle für ein nachhaltig erfolgreiches AUDITOR-Verfahren untersucht. Das erarbeitete Zertifizierungsverfahren und die im AUDITOR-Projekt erarbeiteten und für eine Standardisierung vorbereiteten Kriterien sollen sodann bereits während des Projektzeitraums in der Praxis erprobt und validiert werden.

„Das Projekt AUDITOR soll die Vergleichbarkeit von Cloud-Diensten, die vonseiten der Unternehmen aus unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten angeboten werden, verbessern und damit Transparenz schaffen. Dies kommt vor allem den kleinen und mittelständischen Unternehmen aber auch größeren Unternehmen zugute, da durch eine nachhaltig anwendbare EU-weite Datenschutzzertifizierung von Cloud-Diensten nach Maßgabe der DSGVO neue Marktpotenziale erschlossen werden können. Wir arbeiten quasi im Interesse aller am Markt beteiligten Akteure an einer Weiterentwicklung, die maßgebliche Verbesserungen im Bereich der Zertifizierung von Cloud-Diensten mit sich bringt.“, berichtet Prof. Dr. Ali Sunyaev.

Das Forschungsprojekt AUDITOR ist das Nachfolgeprojekt des Trusted Cloud Datenschutz-Profils für Cloud-Dienste (TCDP). Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 1,7 Mio. Euro hat eine Laufzeit von zwei Jahren und ist am 01.11.2017 offiziell gestartet. Eine erste offizielle Kick-Off Veranstaltung wurde bereits am 23.03.2018 unter großer Beteiligung aller Projektpartner, dem DLR-Projektträger (vertreten durch Frau Dr. Regine Gernert) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (vertreten durch Herrn Dr. Alexander Tettenborn) auf dem KIT Campus in Karlsruhe abgehalten.

Auditor kick off.jpg



Die folgenden Institutionen und Organisationen sind an dem Projekt beteiligt.

Verbundkoordination:
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Critical Information Infrastructures (CII) Lab

Projektpartner:

  • CLOUD&HEAT Technologies GmbH
  • datenschutz cert GmbH;
  • DIN-Normenausschuss Informationstechnik und Anwendungen (NIA), DIN e.V.;
  • ecsec GmbH;
  • EuroCloud Deutschland_eco e.V., eco – Verband der Internetwirtschaft;
  • Universität Kassel, Fachgebiet Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Recht der Technik und des Umweltschutzes, Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet)


Assoziierte Partner:

  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI);
  • Consultix GmbH;
  • CRMADDON Factory GmbH;
  • Die Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen;
  • Fabasoft Austria GmbH;
  • Fujitsu Technology Solutions GmbH;
  • Hornetsecurity GmbH;
  • mediaBEAM GmbH;
  • Microsoft Deutschland GmbH;
  • Mitteldeutsche Gesellschaft für Informationssicherheit und Datenschutz mbH;
  • PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft;
  • SAP SE;
  • SCOPE Europe b.v.b.a/s.p.r.l.;
  • Trusted Cloud e.V.;
  • TÜV Informationstechnik GmbH;
  • Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein;
  • Uniscon GmbH;
  • VIVAI Software AG;
  • VOICE-Bundesverband der IT-Anwender e. V.



Kontakt:
Prof. Dr. Ali Sunyaev, Sebastian Lins, Heiner Teigeler

Website:
www.auditor-cert.de



Aus der Forschungsgruppe Critical Information Infrastructures