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Vortrag Graduiertenkolloquium3

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Optimierung flexibler Anlagen in regionalen Energiegemeinschaften und der Einfluss regulatorischer Rahmenbedingungen

Veranstaltungsart:
Graduiertenkolloquium




Mit der immer weiter fortschreitenden Energiewende wird einerseits die kosteneffiziente Integration über-schüssiger erneuerbarer Energie und andererseits eine verlässliche Versorgung in wind- und sonnenarmen Phasen eine immer größere Herausforderung. Die Flexibilisierung elektrischer Verbraucher und dezentraler, nicht dargebotsabhängiger Erzeugungsanlagen liefert dazu einen wichtigen Lösungsbaustein. Die Möglich-keiten zur Nutzung solcher Flexibilität sind allerdings vielfältig. Unterschieden wird z. B. nach der zeitlichen Dimension, also dem Erfüllungszeitpunkt und dem zeitlichen Vorlauf, sowie nach der räumlichen Dimension. So kann Flexibilität für das lokale Energiesystem genutzt werden, dem Elektrizitätsnetz zur Verfügung ge-stellt werden oder auf bilanzieller Ebene des Strommarktgebietes den Ausgleich von Angebot und Nachfra-ge unterstützen. Diese Vielfalt macht die Entscheidung über den optimalen Anlagenbetrieb zu einer komple-xen Optimierungsaufgabe, die zudem nur mit Kenntnissen über das lokale System, wie z. B. technischen Restriktionen, Opportunitätskosten und Nutzerpräferenzen, gelöst werden kann. Im Rahmen des Vortrags wird eine Methodik vorgestellt, die einen kosteneffizienteren Einsatz dezentraler Flexibilität basierend auf regionalen Energiegemeinschaften ermöglicht, indem verschiedene Nutzungsfor-men für Flexibilität simultan berücksichtigt werden: Ein iterativer Koordinationsprozess beeinflusst die loka-len Optimierer der Haushalte und anderer Netznutzer innerhalb der Energie-Community durch marktübergrei-fende Preissignale. Die lokalen Optimierer ermitteln basierend auf diesen Preissignalen und den lokalen Rahmenbedingungen den kostenminimalen Betrieb aller Anlagen ihres jeweiligen Standortes. Dies erlaubt sowohl eine Reaktion auf großräumige Marktsituationen, z. B. im EPEX Intrayday-Handel, als auch die För-derung einer Abstimmung von Verbrauch und Erzeugung in kleineren Netzgebieten. Da insbesondere diese netzorientierte Nutzung kleinteiliger Flexibilität unter aktuellen Rahmenbedingungen selten rentabel ist, wird der Einfluss von relevanten regulatorischen Stellgrößen auf den optimierten Betrieb untersucht. Der wesent-liche Forschungsbeitrag besteht damit in der Konzeption und der Evaluation einer ganzheitlichen Betriebsop-timierung in regionalen Energiegemeinschaften vor dem Hintergrund einer adäquaten Weiterentwicklung der Regulatorik.

(Sebastian Steuer)




Start: 15. Juli 2020 um 15:45
Ende: 15. Juli 2020 um 17:15


Im Gebäude 05.20, Raum: Onlineveranstaltung

Veranstaltung vormerken: (iCal)


Veranstalter: Forschungsgruppe(n) Critical Information Infrastructures
Information: Media:Steuer 15-07-2020.pdf